Zu den Themen Tod und Trauer gehören für mich auch die Tränen. Tränen fliessen, wenn wir von etwas erfüllt, zu voll sind, dann laufen wir über. Der Tränenkanal ist ein Überlaufventil, sei es für
die Trauer oder für die Freude.
Tränen befreien vom inneren Stau, wirken reinigend und die Augen haben danach einen besonderen Glanz. Tränen fliessen auf unterschiedlichste Weise. Manchmal laufen sie einfach sanft über die
Wangen, manchmal stürzen sie förmlich aus den Augen.
Sie können leise fliessen oder von einem lauten Schluchzen begleitet sein. Wenn sie leise fliessen kitzeln sie ein wenig und wenn das Salz auf der Haut trocknet wischen wir die Tränen weg.
Evolutionsgeschichtlich soll alles Leben aus dem Meer gekommen sein. Sind deshalb die Tränen salzig?
Wenn sie wie Sturzbäche sind, dann begleitet sie eine Art Schnupfen, wir müssen uns die Nase putzen. Auch das ist reinigend – wir haben sprichwörtlich von etwas die Nase voll. Sei es vom Schmerz,
der Trauer oder der Freude.
Der Körper in seiner ihm eigenen Art hilft sich selbst, wir haben dann oft keine Kontrolle mehr.
Es weint!
Lassen wir es weinen, wenn es nötig und erleichternd ist. Lassen wir also unseren Tränen freien Lauf. Danach fühlen wir uns oft besser.
Wir brauchen uns unserer Tränen nicht zu schämen. Unter diesem Titel habe ich vor Jahren eine Geschichte geschrieben, Sie können sie nachlesen oder auch anhören. (https://www.seeleundselbst.ch/in-worte-gefasst/geschichten/engelgeschichten/)