Meine Website heisst «seeleundselbst». Ich sollte vielleicht versuchen zu erklären, was ich unter Seele und unter Selbst verstehe und warum ich diesen Titel gewählt habe.
Seele – dafür gibt es keine wirkliche Definition. Je nach Blickwinkel fällt sie anders aus. Zwar ist es die Übersetzung des griechischen Wortes Psyche, aber inzwischen hat dieser Begriff auch
unterschiedliche Sichtweisen.
Deshalb habe ich mir erlaubt, mir meine eigene Definition zu basteln und sie immer wieder meinen Erfahrungen anzupassen.
Als Kind, als es noch wirklich Gott für mich gab, diesen liebenden Vater, da war die Seele das Bindeglied zwischen ihm und mir. Die Seele war unser Treffpunkt in meinem tiefsten Inneren. Er, der
alle meine Gedanken und Gefühle kannte, dem ich keine Rolle vorspielen musste, der mich annahm und liebte, genau so, wie ich eben gerade war – er war mein Seelenfreund.
Nachdem ich aber schmerzhaft erkennen musste, dass die Vertreter Gottes Menschen sind, im religiösen Umfeld fast nur Männern, die so gar nichts mit meinem Bild von Gott zu tun hatten, fühlte ich
mich lange heimatlos, oder soll ich sagen seelenlos.
Ich reduzierte also meine Seele auf die Psyche, so wie ich es als Krankenschwester später im Unterricht auch gelernt habe. Gott kam darin nicht vor.
Erst mit 32 Jahren hat mich Gott wieder eingefangen und damit kam auch das Gefühl einer eigenen Seele wieder hoch, die mehr war als meine Psyche. Ich musste mich zurückziehen und mit dieser
Erfahrung erstmal klarkommen.
Ich bin nach Indien und habe dort Zen gefunden und meinen Zenmeister.
Durch diese Meditation hat sich mein Seelenleben verändert und damit meine Definition. Heute ist Seele für mich die unfassbare Dimension, der unnennbare Teil, der ich wirklich bin, jenseits aller
Rollen, die ich im Leben spiele. Es ist der Teil, den ich der Welt nicht zeigen kann und über den sie nicht urteilen kann.
Die Seele ist für mich heute mein wahres Selbst. Deshalb gehören Seele und Selbst für mich untrennbar zusammen.